Reisefieber

Tag 24 (10.11.2011): Phu Quoc – Rach Gia – Ho-Chi-Minh-City

Writing by reisefieber on Donnerstag, 10 of November , 2011 at 8:03 pm

Heute ist wieder Reisetag. Vom Long Beach auf Phu Quoc geht es mit dem Minibus zum Hafen, von da aus mit dem Schnellboot nach Rach Gia und dann mit dem Bus weiter nach Ho-Chi-Minh-City, der letzten Station unserer Reise.

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Abfahrt ist um 7.00 Uhr, das Frühstück lassen wir daher ganz gepflegt ausfallen, bezahlen unseren Bungalow und fahren auf die andere Seite der Insel, wo wir zuerst an der nördlichen Anlegestelle die Mitfahrer absetzen, die das Boot nach Ha Tien nehmen und dann weiter zur südlichen Anlegestelle, von wo aus die “Superdong 2″ nach Rach Gia abfährt. Auf dem Weg fällt uns siedend heiß ein, dass wir unsere Pässe an der Hotelrezeption vergessen haben – Scheiße! Zum Zurückfahren reicht die Zeit nicht aus, wenn wir unser Schiff nicht verpassen wollen. Aber dem asiatischen Organisationstalent sei dank – unser Busfahrer ruft im Hotel an und lässt einen Mopedkurier die Pässe direkt zur Schiffsanlegestelle bringen. Zwar ein paar Minuten zu spät, aber auch das fädelt unser Busfahrer netterweise ein und das Schiff wartet auf uns. Der Spaß kostet uns 200.000 Dong für den Kurier (wahrscheinlich kriegt der nur einen Bruchteil) + 100.000 Dong als kleines Dankeschön für den Busfahrer und 100.000 Dong für die Fahrt selbst. Aber ok, wir haben unsere Pässe und das Schiff auch noch erwischt.

Die Fahrt von Phu Quoc nach Rach Gia dauert knapp 3 Stunden (Kosten 230.000 Dong pro Nase) – zu sehen gibt es nicht viel, aber das Wetter ist schön und man kann gemütlich draußen an Deck (auch wenn das Motorengeräusch saulaut ist) sitzen und die Fahrt genießen. In Rach Gia sollte eigentlich der Bruder unseres Busfahrers auf uns warten und uns nach Ho-Chi-Minh-City bringen. Da wir dort keinen mit unserem Namensschild sehen, folgen wir dem nächstbesten Mototaxifahrer, der uns für 130.000 Dong pro Person in einen Bus verfrachtet. Eigentlich sollte der Bus gleich starten und 5,5 Stunden später in Ho-Chi-Minh-City sein. Damit hat man uns geködert… Die Busfahrt erweist sich aber als die nervigste der ganzen Reise.

Nachdem der Bus noch nicht bis oben hin voll ist, werden noch weitere Passagiere akquiriert und eine halbe Stunde später geht’s dann endlich los. Da hätten wir locker noch was essen können – unsere Mägen bleiben leer. Die regulären Plätze sind jetzt alle gut belegt und im Gang liegt schon einiges an Gepäck herum, das im Kofferraum keinen Patz mehr hat. Aber das reicht dem Fahrer und seinem “Busbegleiter” noch nicht. Daher steuern wir als erste Station den Busbahnhof in Rach Gia an, wo noch einmal ein paar Leute die letzten klappbaren Notsitze belegen. Jetzt sollte eigentlich wirklich nichts mehr gehen und der Bus ein Weilchen durchfahren. Aber hin und wieder steht doch noch jemand am Straßenrand, der uns noch Gesellschaft leistet. Mittlerweile sind unsere Rucksäcke auch aus dem Kofferraum in den Fahrgastraum gewandert, wo sie mitten im Gang liegen und jeder, der aus- oder einsteigt direkt drüber trampelt. Und es wird oft aus- und eingestiegen und unsere Rucksäcke sind nach der Fahrt noch etwa halb so dick wie zu Beginn.

Nach 3 Stunden sind die ersten 40 Kilometer geschafft und wir haben nach einem kleinen Stau den ersten Fluss per Fähre überquert. Scheinbar haben sich die Leute die Bäuche noch nicht genügend während der Wartezeit auf die Fähre vollgeschlagen, sodass wir kurz darauf erst einmal wieder eine kleine Mittagspause einlegen müssen. Wir haben mittlerweile eine Tasche voller Hunde im Kofferraum, die leider noch nicht so ganz stubenrein sind – der Busfahrer macht brav bei jeder Rast den Kofferraum sauber. So gesehen sind wir ganz froh, dass unsere Rucksäcke nur als Fußabstreifer benutzt werden und nicht als Hundeklo. Der Boden im Bus ist voll mit abgefieselten Maiskolben, Styroporschachteln von irgendwelchen Reisgerichten, Plastikflaschen, Kinderwindeln und allem anderen Müll, der nicht während der Fahrt aus dem Fenster geworfen wurde.

So um 16.00 Uhr haben wir dann auch schon die halbe Strecke geschafft und das wird erst einmal mit einer kleinen Essenspause gefeiert. Danach haben die ersten Passagiere ihr Ziel erreicht und alle paar Kilometer steigt mal wieder einer aus. In der Hoffnung, dass dadurch der Bus langsam leerer werden könnte freuen wir uns erst darüber, stellen aber schnell fest, dass der “Busbegleiter” unglaublich geschäftstüchtig ist. Die leeren Plätze werden ruckzuck wieder durch am Straßenrand wartende aufgefüllt, wodurch wir wieder alle paar Minuten anhalten, um neue Passagiere aufzunehmen. Schön langsam sind wir ziemlich gereizt: kein Platz für die Füße, ständig Pausen, laufend steigen irgendwelche Leute über einen drüber (einen Gang gibt es ja nicht mehr), Rotz- und Rülpsgeräusche in allen Reihen, die neuesten Vietschlager als Klingeltöne, lautstarke Telefonate, Geschrei von einem Ende des Busses zum anderen und dann noch die Schlager-DVD in voller Lautstärke, die durch die buseigene Boombox schallt. Wir kommen uns vor wie in der vietnamesischen Irrenanstalt, aber das ist wahrscheinlich der Alltag und wir hatten auf unseren anderen Busfahrten einfach Glück.

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Um 19.30 Uhr sind wir dann endlich in Ho-Chi-Minh-City. Die Straßen sind kniehoch voller Wasser und das eine oder andere Moped gibt den Geist auf. Daher entscheiden wir uns logischerweise für die Weiterfahrt ins Hotel für ein Taxi. Unsere Rucksäcke sind mittlerweile nicht nur platt wie eine Flunder, sondern auch nass und stinken wie ein toter Fisch. Entweder sie haben doch noch was von den Hunden im Kofferram abbekommen oder sie wurden aus dem Bus direkt in die Pfütze mit den Fischabfällen geladen. Keine Ahnung – sie stinken auf alle Fälle ziemlich eklig.

Verschwitzt und mit fürchtlich stinkendem Gepäck lassen wir uns also vom Taxi (vom Busbahnhof bis zum Hotel 200.000 Dong) im 5-Sterne Rex Hotel im Zentrum von Ho-Chi-Minh-City abliefern. Ein bisschen Luxus haben wir uns jetzt auch wirklich verdient. Das Doppelzimmer im Rex Hotel kostet ca. 100 EUR inkl. Frühstück – für die letzten beiden Nächte genau das richtige. Unseren zerrissenen Gesamteindruck übergeht die nette Dame an der Rezeption – der Kofferträger tut uns ein bisschen leid, lässt sich aber auch nichts anmerken… Danach erst einmal in den Pool hüpfen und dann Abendessen.

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Nachdem sich auf die schnelle kein passendes Restaurant findet, landen wir letztendlich mit knurrendem Magen im Pizza Hut – wahrscheinlich war das die natürliche Reaktion auf die geballte Ladung vietnamesischer Authentizität im Bus.

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Mit gefüllten Magen machen wir uns jetzt noch über die Minibar im Hotelzimmer her, genießen das schöne weiche Bett und freuen uns auf das morgige Frühstücksbüffet.

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Category: 2011: Vietnam, Laos & Kambodscha

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